Menschen aus der Pfarre - Liesl Mayr

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Liesl Mayr feierte kürzlich ihren achtzigsten Geburtstag. Herzliche Gratulation!  Das ist wohl ein triftiger Grund,  sie als einen „Menschen aus der Pfarre“ hervorzuheben. Sie ist ein Vorbild im aktiven Teilhaben an unserem Gemeindeleben, auch wenn durch Krankheit und Alter der Rahmen eng gesteckt ist. Jeder, der ihr begegnet, spürt etwas von  ihrer tiefen Geborgenheit in Gott und dem  unerschütterlichen Urvertrauen, aus dem sie lebt. Und all das bringt sie durch ihre unglaublich wohltönende Stimme und eine überaus feine Sprachgewandtheit zum Ausdruck.

Als unsere Pfarre vor gut 40 Jahren mit dem Kommen unseres Pfarrers Josef Mayr aus ihrem Dornröschenschlaf erwachte, war Liesl mit Roland, ihrem Mann, und den drei Söhnen Burkhard, Herfried und Gisbert, eines der aktivsten Aufbaumitglieder unserer Gemeinde. Liesls  bedeutendste Ressource war ihre Spiritualität. Deshalb  war sie leidenschaftliche Mitarbeiterin des damals neu gegründeten Liturgiekreises. Ermutigt und beflügelt durch großen vertrauensvollen Freiraum, den uns Josef zusprach, gestaltete Liesl jahrelang unzählige Gottesdienste (mit). Über die Zeit, als Brigitte Gruber-Aichberger als Pastoralassistentin die Pfarre leitete, sagt Liesl: „ Da habe ich als Laienapostelin angefangen zu wirken und zu wachsen. Es war mein Weg zur Pfarrgemeinschaft und zu mir selbst.“

 „Ich bin ganz eine von Euch…“ das war der Schwerpunkt von Liesls letzter Predigt vor einigen Jahren in einem Sonntagsgottesdienst und dabei offenbarte sich ihr die Erkenntnis: „Es ist Zeit für mich, Platz zu machen – für Neue und Neues!“  Es war ihr nicht bange, diesen Schritt zu setzen, denn sie war unermüdlich im Anreden und Einladen von Menschen, sich doch einmal die Pfarre und besonders den Liturgieausschuss „anzuschaun“– und sie war erfolgreich!

Liesl erfüllte sich nach ihrer Pensionierung einen lange gehegten Wunsch, studierte Theologie und schloss das Studium mit Bravour auch ab. Sie macht keine „halberten Sachen“. Und so bereichert sie unseren „Treffpunkt Bibel“ mit ihrem großen theologischen Wissen.

Familiäre und gesundheitliche Schicksalsschläge ins eigene Leben zu integrieren und sich trotz allem den Mut und das Vertrauen ins Leben zu bewahren … das setzt Liesl anscheinend „einfach“ um. Nur so kann ich mir erklären, wie sie mit ihrer Parkinsonerkrankung ihr Leben anziehend und genussvoll gestaltet: Sie holt sich mit einer Selbstverständlichkeit Hilfe, wo immer sie sie braucht, und packt das ihr Mögliche mit einer bewundernswerten Konsequenz an. Unglaubliche Lebensarbeit - und keine Spur von Bitterkeit!

So wundert es kaum, dass Liesl zu ihrem 80. Geburtstag gleich zwei Feste auf die Beine stellte.