Geschichte

Gottlieb 04

Die Kirchen und Kapellen des Linzer Kalvarienberges liegen auf einem Felsvorsprung über der Donau, versteckt und malerisch eingebettet in den Ausläufern des Kürnbergerwaldes. Jeder Stein hat hier seine Geschichte.

In der Urlandschaft des oberen Donautales gab es laut Chronik von Dr. Alois Hartl schon im 8. und 9. Jahrhundert eine Einsiedlerklause am Zaubertalbach, der angeblich früher „Zellbach“ geheißen hat. Längs der Donau seien einst lauter Zellen gewesen: Obernzell, Engelhartszell, Freizell, Innzell, Zell bei Margarethen, Zell bei Raffelstetten usw. Die erste Kirche "St. Margret" mit Mesnerhaus und Friedhof stand an der Donau, und zwar auf dem Grund der "Villa Margarethen", Zaubertalstraße 5. Sie wurde 1381 erstmals urkundlich erwähnt und wurde mehrmals Opfer von Bränden und Überschwemmungen. Nach der Zerstörung durch das Hochwasser 1786 wurde sie nicht mehr aufgebaut und der Friedhof nach oben zur Kalvarienbergkirche verlegt. Das Mesnerhaus, vorübergehend auch als Bethaus verwendet, ist noch erhalten. Es ist das Haus Margarethen 19.

Die Sandsteinmadonna in der Maria-Thal-Kapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie stand ursprünglich wahrscheinlich in einer kleinen Holzkapelle oder einer gemauerten Bildsäule.

Die heutige Pfarrkirche wurde als Kalvarienbergkirche 1651-1654 auf Initiative der Jesuiten erbaut. Dabei wurde auch eine erste Kreuzwegstiege angelegt. Zur gleichen Zeit wurde von Bürgermeister Ludwig Preller die Grabkapelle im Friedhof (1659) und die Heilbrunnkapelle an der Donau (1665) errichtet. Die Maria-Thal-Kapelle wurde anstelle einer früheren Kapelle zwischen 1660 und 1690 im barocken Baustil errichtet, etwa zur gleichen Zeit wurde das gegenüberliegende Langhaus (jetzt Pfarrsaal) auf acht gewaltigen Pfeilern über der Bachschlucht des Zaubertalbaches gebaut.

Die jetzigen Kreuzwegstationen stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Pfarrhof wurde kurz vor 1900 als Franziskanerhospiz errichtet.

Schuetz 18 Gottlieb 18