Die Kalvarienbergkirche von Linz - Pfarrkirche von St. Margarethen

IMG0923 Pfarrkirche Hochaltar

Die Kalvarienbergkirche wurde vom Jesuitenpater Philibert Boccabella, der 1651–1654 in Linz wirkte, erbaut. Am 3. Oktober 1688 wurde die Kirche vom Passauer Dompropst Franz Anton von Losenstein geweiht.

Auf einer Terrasse mit zwei Stiegen und Steinbalustrade, bezeichnet "1781", erhebt sich der über dem Achteck errichtete Zentralbau. An diesem schließt südlich ein langgestreckter, gerade geschlossener schmuckloser Chorbau an. Das Zeltdach des Zentralbaues geht in das Walmdach des Chorbaues über und ist auf diesem mit einem stattlichen Dachreiter aus Holz mit Zwiebelhelm gekrönt, der 1846 errichtet wurde. Östlich schließt an den Zentralraum eine kleine, etwa quadratische Kapelle mit abgeschrägten Ecken und eingefügten Nischen an. Erbaut nach Entwurf von Franz Weikl, Urfahr, geweiht am 10. Juli 1899. Südlich anschließend befindet sich die kleine Sakristei.

Im Inneren ist der zentrale Hauptraum durch toskanische Wandpfeiler in den Ecken bestimmt, die in der Mittelachse geknickt sind und durch kräftig betonte Gesimse plastisch wirkende Gebälkstücke tragen. Auf diesen ruhen acht breite, ungegliederte Gurtbänder, die sich im Scheitelpunkt der kuppelartigen Decke vereinen. Der kleine Chor ist mit einem Kreuzgewölbe in einem Joch versehen, das vom Gewölbe des Zentralraumes durch einen Rundbogen abgesetzt ist. Zwei Türen zu beiden Seiten des Hochaltars führen in einen Raum hinter dem Chor, vermutlich die ehemalige Schatzkammer. An der Eingangswand wurde im 19. Jahrhundert eine Orgelempore auf zwei Holzsäulen mit kleiner Wendeltreppe errichtet.

Die Orgel wurde vom bekannten Ottensheimer Orgelbaumeister Leopold Breinbauer errichtet und am 14. Oktober 1906 eingeweiht. Dabei wurden umfangreiche Umbauarbeiten an der Chorempore vorgenommen, zu denen die heute noch bestehende eiserne Wendeltreppe zählt. Die "Breinbauer-Orgel" von St. Margarethen ist eine der wenigen original erhaltenen Orgeln. Sie präsentiert sich seit der im Jahr 2000 durchgeführten Generalüberholung durch die international renommierte Orgelbaufirma Th. Kuhn AG aus Männedorf (Schweiz) wieder in bestem Zustand und hoher klanglicher Qualität: 1 Manual mit 54 Tasten, Pedal mit 27 Tasten. 141 Zinn- und 156 Holzpfeifen, Kegelladen, pneumatische Traktur.

Hochaltar: Die geschweifte Marmormensa trägt einen geschweiften, mit seitlichen Voluten und einem plastischen Puttenkopf oben geschmückten Marmortabernakel, darüber ebensolche Aussetzungsnische. Schmuckteile aus vergoldeter Bronze, zu beiden Seiten befinden sich auf Marmorvoluten zwei anbetende Engel. Hinter diesem Aufbau, auf einem gesonderten, mit Voluten versehenen schwarzen Marmorunterbau, erhebt sich die Kreuzigungsgruppe, bestehend aus Christus am Kreuz, links Maria, rechts Johannes, beide mit erhobenem Arm. Errichtet 1755. Pillwein gibt an, dass der Altar von Künstlern aus Salzburg, die Plastiken vom älteren Sattler aus St. Florian und Schneck aus Tirol, wohl Johann Schnegg, ausgeführt wurden.

Bildwerk Ecce homo, Christus im Pupurmantel, stehend, den Kopf mit Dornenkrone halbrechts gesenkt, das linke Bein zurückgesetzt, mit der rechten Hand den Mantel haltend, in der linken ein Schilfrohr. Holz, bemalt, Mitte des 18. Jahrhunderts.

Marienstatue – eine Kopie des Gnadenbildes von Hollerberg bei Rohrbach.

Gemälde: Trauernde Maria unter dem Kreuz, in der Brust ein Schwert. Sie sitzt nach links gerichtet, den Blick nach oben gewendet, die Hände im Schoß gefaltet, vorne rechts runde Tasse mit Krug, links oben zwei trauernde Putten. Oben im Dreipaß abgerundet. Gleichzeitiger Rahmen mit geschnitzten Rocaillen. Öl auf Leinwand. Art des Bartolomeo Altomonte.

14 Kreuzweg-Bilder.  Tafelbilder aus dem 19. Jahrhundert.

Von den kirchlichen Geräten sind zwei besonders erwähnenswert: Ein Silberkelch, vergoldet, mit 6 Emailmedaillons, die Szenen aus der Passion darstellen. Erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Weiters ein Standkreuz mit einer Kreuzpartikel, ebenfalls erste Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Kirche wurde im Jahr 2007 innen und außen renoviert und mit einem Lärchenholzschindeldach versehen.