Menschen aus der Pfarre - Sigrid und Wolfgang Haberkorn

Wolfgang Haberkorn ist schon seit seiner Kindheit mit dem Zaubertal vertraut, als er viel Zeit im Wochenendhaus von „Pipsi-Tante" und Onkel „Guggi“ verbrachte. Vor nicht ganz 30 Jahren übersiedelte Wolfgangs Familie vom Spallerhof hierher. Etwa 10 Jahre später bezogen Sigrid und Wolfgang mit Moritz (mittlerweile 21 und Student an der FH Puch/Urstein) das eigene Haus am oberen Ende der Lärchenauerstraße, und bald gesellte sich auch Niklas (jetzt 18, Schüler am Akademischen Gymnasium) dazu.

Sigrid ist ein „Kultur-Mensch“. Während des Schauspielstudiums am Brucknerkonservatorium trat sie in einigen Stücken der Jungen Bühne Leonding, dem späteren Theater Phönix, auf. Sie fand jedoch am Ende des Studiums heraus, dass ihr die Behaglichkeit und Sicherheit eines bürgerlichen Lebens mehr entspräche, und beschloss nochmals die Schulbank zu drücken und das HAK Kolleg zu absolvieren. Dort lernte sie Wolfgang kennen, dem die Berufslaufbahn im elterlichen Betrieb in die Wiege gelegt schien.

Doch Wolfgang spürte, dass das Leben im Promotionsartikelhandel nicht das seine war. Die Arbeit in der Natur zog ihn viel mehr an. So trennte er sich von der Firma, was sicher keine leichte Entscheidung war. Einige Jahre war er danach als Hausmann tätig, bis er vor sechs Jahren das „Zaubertal Service“ gründete. Hauptsächlich übernimmt er dabei Arbeiten im Garten. Die Nachfrage ist groß, doch Wolfgang entschloss sich, den Betrieb klein zu halten und mit gelegentlicher Unterstützung das Auslangen zu finden.

In seiner oft knappen Freizeit interessiert sich Wolfgang für Rallye (passiv) und Snooker (aktiv). Seit seinem legendären Auftritt beim Schlagerabend wissen viele, dass er gerne und gut singt. Wolfgang unterstützt viele Gemeinschaftsaktivitäten im Zaubertal. Er ist im Veranstaltungsausschuss der Pfarre aktiv, er ist stellvertretender Obmann des Zaubertaler Kulturvereins und Präsident des Männerstammtisches, der sich 14-tägig am Freitag zusammenfindet.

Gemeinsam ist den beiden die Liebe zu den Bergen und die Leidenschaft zu Filmen abseits des Hollywood-Klischees.

Während es Wolfgang beruflich nach draußen zog, fand Sigrid eine Anstellung im Büro, zunächst bei verschiedenen Firmen, dann in der Evangelischen Pfarrgemeinde. Seit immerhin schon wieder 10 Jahren ist sie nun im Krankenhaus der Elisabethinen tätig.

Das Interesse für Kultur ist ihr erhalten geblieben. Aktiv betreibt sie Freedance, an dem sie die Kombination aus körperlicher Aktivität und dem tänzerisch-kreativen Element schätzt. Außerdem liebt sie das Reisen, und sie könnte sich auch vorstellen, gelegentlich als Reiseführerin tätig zu sein.

Als „Konsumentin“ liebt sie neben dem  Kino, anspruchsvolle Romane. Derzeit liegt „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier am Büchertisch ganz obenauf. Er beschreibt, wie ein Mensch mit 57 Jahren plötzlich und konsequent sein gewohntes Leben aufgibt und sich auf die Suche nach dem bisher ungelebten Leben begibt.

Wie ich die beiden einschätze, werden sie so etwas nicht machen. Sie haben es verstanden, beizeiten darauf zu achten, was ihnen entspricht, und ihr Leben entsprechend zu gestalten. Sie fühlen sich im Zaubertal sehr wohl, Wolfgang sagt sogar, es gäbe für ihn keinen schöneren Ort zum Leben.